Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) hat beschlossen, nur noch Busse zu beschaffen, die mit einer modernen Videobeobachtungstechnik ausgestattet sind. Bereits über die Hälfte der bestehenden Busflotte ist mit Videotechnik ausgerüstet.
Die HOCHBAHN investiert rund 3,4 Millionen Euro in die Ausstattung der Busflotte mit Videotechnik. „Die Sicherheit unserer Fahrgäste und unserer Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität. 444 Busse mit Videokameras an Bord sind bereits im Hamburger Stadtgebiet unterwegs,“ erläutert Ulrich Sieg, Vorstandsmitglied der HOCHBAHN. „Die Videobeobachtung ist ein wichtiger Baustein unseres Sicherheitskonzepts. Eine Befragung unter unseren Busfahrgästen hat ergeben, dass 92 Prozent unserer Fahrgäste die Ausstattung der Busse mit Kameras begrüßen,“ so Sieg weiter.
Die Kameras speichern die Daten auf je einer Festplatte pro Bus. Die Festplatten werden nach 24 Betriebsstunden automatisch überspielt, sofern sie nicht zur Beweissicherung entnommen werden. Eine Entnahme erfolgt ausschließlich im Ereignisfall und ist nur durch autorisierte Personen möglich. Das Konzept wurde eng mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten abgestimmt.
Der Busfahrer hat außerdem die Möglichkeit, einen sogenannten „Überfallruf“ auszulösen, der direkt in der Betriebszentrale eingeht. Die Videobilder aus dem Bus können dann online in die Betriebszentrale übertragen und dort verfolgt werden. So können Situationen besser eingeschätzt und Hilfsmaßnahmen schneller und gezielter eingeleitet werden.
„Wir transferieren die positiven Erfahrungen aus dem U-Bahn-Bereich auf die Busse. Wir erwarten neben einer Reduzierung der Fallzahlen und der Steigerung des Sicherheitsgefühls unserer Fahrgäste auch einen signifikanten Rückgang der Vandalimusschäden,“ legt Sieg dar. Die Erfahrungen aus dem U-Bahn-Bereich belegen den präventiven Charakter der Videoüberwachung. So sanken allein die Kosten für die Beseitigung von Vandalismusschäden in U-Bahn-Fahrzeugen seit Einführung der Videotechnik signifikant. |