Am 2. Oktober hat der Bundesminister für Arbeit und Soziales Olaf Scholz die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) besucht, um sich in Gesprächen mit älteren Mitarbeitern über deren Beschäftigungssituation zu informieren.
Hintergrund des Ministerbesuchs sind die Bemühungen der Bundesregierung, die Beschäftigungsquote bei den über 50-Jährigen zu verbessern und den Trend zur Frühverrentung nachhaltig zu verlangsamen. Bundesminister Olaf Scholz erklärte dazu: "Wir können auf die Erfahrungen und das Engagement der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht verzichten. Sie werden heute und künftig gebraucht. Wenn ein Unternehmen heute alles tut, um ihnen ein langes Arbeitsleben zu ermöglichen, dann ist es auf dem richtigen Weg. Alternsgerechtes Arbeiten fängt mit 22 an. Wenn es in diesem Alter falsch läuft, schafft man es kaum bis zur Rente. Wir brauchen deshalb neue Anstrengungen für eine Humanisierung der Arbeitswelt.“
Bei der HOCHBAHN sind derzeit acht Prozent der Beschäftigten 60 Jahre oder älter. Ein Drittel der über 4 300 Mitarbeiter sind bereits heute über 50 Jahre alt. In wenigen Jahren werden es schon über die Hälfte sein. „Wir können auch aufgrund des Demographischen Wandels nicht auf die Erfahrung unserer älteren Kollegen verzichten“, betonte Dr. Ulf Lange, Mitglied des Vorstandes der HOCHBAHN anlässlich des Ministerbesuchs. „Die Erhaltung der Gesundheit unserer Mitarbeiter spielt daher für uns eine zentrale Rolle, denn über die Hälfte unserer Mitarbeiter arbeiten im Betrieb oder in den Werkstätten. Es ist eine soziale wie unternehmerische Aufgabe, die Mitarbeiter im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu unterstützen,“ so Dr. Lange.
Gesundheitsmanagement heißt für die HOCHBAHN nicht nur die langjährige Förderung eines mittlerweile über 30 Sportarten umfassenden Betriebssportprogramms, sondern auch die optimale Gestaltung der Arbeitsplätze oder die Frage nach zukünftigen Arbeitszeitmodellen. Schichtarbeit belastet die Gesundheit, ist aber für ein Verkehrsunternehmen, das die Mobilität einer Großstadt sichert, unabdingbar. Für die Zukunft muss es Arbeitszeitmodelle geben, die ebenso gesundheits- wie familienverträglich sind, um die Mitarbeiter so lange wie möglich im Beschäftigungsverhältnis zu halten, erklärte Dr. Lange.
Alter mit Zukunft
Mehr Lebens- und Arbeitszeit braucht mehr als die Perspektive „Rente“. So legt die HOCHBAHN Wert darauf, ältere Mitarbeiter zu fördern, ihnen neue Aufgaben zu geben und ihnen moderne Technologien, wie zum Beispiel dem Brennstoffzellenantrieb, anzuvertrauen.
Verantwortung übernehmen und Konsequenzen bedenken – das können ältere Mitarbeiter oft besser als ihre jüngeren Kollegen. Ihr Erfahrungsschatz ermöglicht ihnen gerade im Straßenverkehr, im Umgang mit Fahrgästen oder bei technischen Herausforderungen eine überlegte Reaktion. Von diesem verantwortungsbewussten Handeln profitieren jüngere Arbeitnehmer sehr: „Da wir seit vielen Jahren ausbilden und den Bedarf an Nachwuchs im kaufmännischen und auch im betrieblich-technischen Bereich über unsere Auszubildenden abdecken, sind altersgemischte Teams in vielen Bereichen der HOCHBAHN Normalität“ erläuterte Dr. Lange die speziellen Verhältnisse bei der HOCHBAHN. „Aber gerade bei Neueinstellungen für den Fahrdienst entscheiden wir uns immer öfter für ältere Bewerber.“
Olaf Scholz sieht die HOCHBAHN nach seinen Gesprächen auf einem guten Weg: „Die Politik kann gute Rahmenbedingungen für eine lange Beschäftigung bei guter Gesundheit schaffen, die Umsetzung liegt bei den Unternehmen selbst. Dafür gibt es Mut machende Beispiele, deren Bekanntheitsgrad wir steigern müssen". |