| Die Wiesbadener Versorgungs- und Verkehrsholding (WVV) hat gemeinsam mit der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) das Beteiligungsunternehmen Wiesbadener Busgesellschaft GmbH (WiBus) gegründet. Ab 1. Oktober 2004 wird WiBus im Auftrag der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH Verkehrsleistungen im öffentlichen Nahverkehr der Stadt Wiesbaden erbringen. Das neue Busunternehmen wird zu 51 Prozent von der WVV und zu 49 Prozent von der HOCHBAHN gehalten.
In einem europaweiten Vergabeverfahren haben WVV und ESWE einen strategischen Partner für ein neues Betriebs- und Kooperationskonzept gesucht und in der HOCHBAHN gefunden. Die 1911 gegründete HOCHBAHN betreibt öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen, U- und Regionalbahnen in der Metropolregion Hamburg und im norddeutschen Raum. Sie ist das zweitgrößte Nahverkehrsunternehmen in Deutschland und beschäftigt rund 4.300 Mitarbeiter. Pro Jahr nutzen in Hamburg fast 370 Millionen Fahrgäste drei U-Bahn-Linien und 112 Buslinien. Mit einem Kostendeckungsgrad von 83 Prozent gehört die HOCHBAHN zu den wirtschaftlichsten Verkehrsunternehmen europaweit.
Heinrich Klingenberg, Vorstand des Ressorts Bus- und Schiffsverkehr der HOCHBAHN: „Wir freuen uns auf die Betriebsaufnahme der WiBus. Unser Ziel ist die langfristige Sicherstellung eines leistungsfähigen und gleichzeitig wirtschaftlichen Busverkehrs zur Entlastung der Wiesbadener Stadtkasse.“
Die HOCHBAHN zeichnet sich vor allem durch ihre Erfahrungen bei der Restrukturierung von Verkehrsunternehmen aus und ist eines der wenigen öffentlichen Verkehrsunternehmen, die aktiv und erfolgreich im Wettbewerb am Verkehrsmarkt agieren.
Der Geschäftsführer der WiBus, Andreas Korthaus, sieht der neuen Aufgabe optimistisch entgegen: „Die WiBus soll ein in der Region verankertes Unternehmen sein. Über Kooperationen mit örtlichen Busunternehmern sowie eine Zusammenarbeit mit der ESWE Verkehr bei der Nutzung der Betriebshöfe und Werkstätten binden wir das bestehende Know-How in die zukünftigen Aufgaben ein. Wir treffen hier vielfach auf hervorragend qualifizierte Busfahrer, welche die Menschen und die Stadt kennen und motiviert den neuen Herausforderungen bei der WiBus entgegen sehen.“ Die Entlohnung der Busfahrer erfolgt entsprechend dem Tarifvertrag des privaten Busgewerbes in Hessen (LHO).
Vorbild für die WiBus ist das sogenannte „Grüne-Wiese-Modell“, dass die HOCHBAHN für die Bedürfnisse des Wettbewerbsmarktes entwickelt hat. Andreas Korthaus: „Unsere praktischen Erfahrungen mit der Süderelbe Bus GmbH im Süden Hamburgs haben die Tragfähigkeit dieses Ansatzes bereits unter Beweis gestellt. Mit diesem Modell – kostengünstig und flexibel, auf Ressourcen vor Ort aufbauend – sind wir erfolgreich im Wettbewerb. Die professionelle Planung und Umsetzung dieses Modells ermöglichen uns eine Kostenstruktur, die denen privater Unternehmen ähnelt. Dadurch konnten wir erfolgreich in Wiesbaden anbieten. Unsere Fahrgäste wollen wir durch einen guten Service von unserer Leistungsfähigkeit überzeugen.“
Die eingesetzten Fahrzeuge stellen einen Mix verschiedener Bus-Typen dar. Insgesamt setzt die WiBus 44 Busse in Wiesbaden ein. Allesamt sind behinderten-gerechte Niederflurbusse. Darunter befinden sich 15 Busse von einem bisher in Wiesbaden tätigen Verkehrsunter-nehmen. Die WiBus erteilt jetzt die Bestellung für 13 neue Solo- und Gelenkbusse. Die Auslieferung dieser hoch-modernen Fahrzeuge ist in zwei Schüben ab 1. Januar 2005 geplant. Das Durchschnittsalter der Busse sinkt durch diese Neufahrzeuge vom Betriebsstart am 1. Oktober 2004 bis Mitte 2005 von 8 Jahre auf 5 Jahre. Sie werden damit im Durchschnitt jünger sein, als der Mittelwert der Fahrzeuge der meisten Verkehrsunternehmen in Deutschland. Darüber hinaus gelten alle bisherigen Qualitätsgarantien für Busse und Service weiter. |