Auf nach Belgien, Frankreich, Schweden, Dänemark? Oder nach Portugal, Slowenien, Weißrussland, Moldavien? Oder vielleicht nach Polen, Ungarn, Spanien, Litauen oder Großbritannien?
Reisende in diese und 23 weitere Länder treffen sich in Hamburg keineswegs nur am Flughafen Hamburg, an den man bei dieser Auflistung wahrscheinlich zuerst denkt. So international geht es auch am Hamburger ZOB zu, der seit 2003 – umgebaut und umgestaltet – „Bus-Port Hamburg“ heißt. Und, ganz ehrlich, nicht nur Fans von Busreisen finden die Atmosphäre am ZOB viel prickelnder als die am Flughafen. Das mag daran liegen, dass der ZOB mitten in Hamburg und somit mitten im pulsierenden Leben der Stadt liegt. Während Flugreisende in der Regel schnell den Flughafen verlassen, verharren die am ZOB ankommenden Reisenden meist erst einmal einen Augenblick und blicken sich um: Das ist also Hamburg!
Er ist aber auch wunderbar eingerahmt der Bus-Port Hamburg – vom Museum für Kunst und Gewerbe, dem Hauptbahnhof, dem Trubel St. Georgs, dem Gewerkschaftshaus.
Betrieben wird der Bus-Port Hamburg von der ZOB Hamburg GmbH, die 1950 gegründet wurde mit dem Zweck: „Errichtung und Betrieb eines Zentral-Omnibus-Bahnhofs mit allen hierzu gehörigen Nebenbetrieben und Geschäften aller Art, die den Zentral-Omnibus-Bahnhof zu fördern geeignet sind“.
Gesellschafter sind neben der HOCHBAHN acht weitere Busunternehmen, die Holsten Brauerei AG, der Verband Hamburger Omnibusunternehmer (VHO) und der Tourismusverband Hamburg. Sie alle haben ein Interesse, dass der ZOB gefragte Anlaufstelle und geschätztes Aushängeschild ist. Dafür allerdings war es nötig, dass der 1950 gebaute ZOB zeitgemäß umgestaltet wurde. Ein Unterfangen, dass 2001 bis 2003 nach einem Entwurf des Hamburger Architektenbüros ASW (Silcher, Werner und Redante) umgesetzt wurde, das sich damit in einem internationalen Architektenwettbewerb durchgesetzt hatte.
Schön sieht der ZOB nun seit Mai 2003 aus, mit seinem elf Meter hohen auf 21 Stahlstützen balancierenden, sichelförmigen Glasdach. Immerhin wurde das Bauwerk „ZOB“ im August dieses Jahres vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg zum „Bauwerk des Jahres 2003“ gewählt. Die Wege sind kurz, das Angebot umfasst alles, was Reisende erwarten: 11 Reisebüros gibt es vor Ort, zwei Gastronomiebetriebe, einen Laden für den Reisebedarf, Toiletten und Duschräume, Schließfächer und öffentliche Fernsprecher. Mittels eines modernen elektronischen Fahrgastinformationssystems sind Fahrgäste und Fahrer immer aktuell gut informiert. Der Bus-Port Hamburg entspricht damit heute modernsten Ansprüchen, die Fahrgäste und Fahrer an einen Schnittpunkt des europäischen Fernbusliniennetze stellen. Und das ist der Hamburger ZOB nun wahrlich: Es gibt Direktverbindungen in 27 europäische Länder, mehr als 170 Städte in 35 Ländern Europas und Nordafrikas sind von hier aus mit den Hamburger ZOB anfahrenden Busunternehmen und deren Kooperationspartner zu erreichen. 62 Abfahrten gibt es vom ZOB pro Woche nach Berlin, 43 Abfahrten nach Lübeck, 332 Abfahrten ins Ausland. Den Fernlinienverkehr ins Ausland nutzen jährlich rund 863.000 Fahrgäste Jahr, weitere 540.000 im Gelegenheitsverkehr. Und nicht zuletzt gibt es die „Hamburg-Reisenden“, die Fahrgäste der MetroBus-, Schnellbus- und Stadtbuslinien 4, 5, 31, 35, 36, 37, 109, 120, 124 und der Nachtbuslinien 606, 608, 609, 659. Rund 1.243.300 Fahrgäste steigen hier jährlich in oder aus Linien des HVV.
Mehr Infos: www.zob-hamburg.de |